zuzuwenden heißt die andere zu unterbrechen Sonst verlängert sich die Bearbeitungszeit und die Fehlerquote steigt Wir müssen daher schon unsere Kinder zur Stille und zum Hören und Unterscheiden von leisen Klängen und Geräuschen erziehen Dafür ist zum Beispiel der Instrumentalunterricht gut wo verstärkt das Gehör sensibilisiert wird Wie kann man sein Ohr also das bewusste Hören schulen Prof Dr E A Mit Hörhygiene und die gehört in jeden Haushalt und in jede Kinderstube Das bedeu tet dass man einerseits die Lautstärke von Geräten auf einen niedrigeren Pegel stellen sollte als wir es normalerweise tun und sich andererseits auf eine bestimmte Sache gezielt konzentrieren sollte Das muss man lernen Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei die zwischenmenschliche Kommunikation Denn durch das Gespräch miteinander trainieren wir einen sehr feinen Aspekt des Hörens nämlich das Erkennen und Interpretieren von Stimmklängen Bereits Kinder bemerken sehr früh die Feinheiten in der Tonalität beispielsweise ob die Mutter traurig oder der Vater ärgerlich ist Das geschieht über akustische Schlüssel die in der gesprochenen Spra che verankert sind Der Gehörsinn ist schließlich der lernfähigste Sinn den wir überhaupt haben Bis zum Alter von acht Jahren ist er noch nicht voll aus gereift Das ist eine relativ lange Zeitspanne Mit Ausreifung meine ich die Fähigkeit Tonhöhen oder Im Alltag sind wir permanent von Stimmen und Geräuschen umgeben das Rascheln der Blätter das grelle Martinshorn eines Strei fenwagens die Musik aus dem Radio das Mithören eines Gesprächs am Handy Viele Geräusche nehmen wir gar nicht mehr be wusst war empfinden sie entweder als stö rend oder hören gar nicht mehr hin Haben wir in unserer schnelllebigen und hekti schen Zeit das Hören oder auch Zuhören verlernt Prof Dr Eckart Altenmüller Es hat sich in den letzten 100 Jahren auf jeden Fall sehr viel ver ändert Vom Radio über das Fernsehen bis hin zu den WhatsApp Nachrichten sind wir permanent einer auditiven Reizüberflutung ausgesetzt Und all diese Schallquellen versuchen unsere Aufmerksam keit zu erregen Da der Mensch aber seine Ohren nicht wie seine Augen schließen kann überlagert er störende Geräusche mit solchen die er als angenehm empfindet Entgegen der landläufigen Meinung sind wir nämlich nicht multitaskingfähig Unser Gehirn kann das nicht Es kann allenfalls ganz schnell zwi schen der einen und der anderen Schallquelle hin und herwechseln Wir haben dann vielleicht vor übergehend die Illusion zwei Sachen gleichzeitig hören oder tun zu können aber in dem Moment wo eine dieser Quellen unsere ganze Aufmerksamkeit fordert geht die Wahrnehmung für die andere sofort verloren Mich der einen Sache konzentriert 0 3 2 0 17 A rc h it ek tu r I n te ri eu r D es ig n F ot og ra fi e

Vorschau stylus Ausgabe 03_2017 Seite 58
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